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    04 February

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    Hexerei in Afrika heute
     
     
    Welt Online, 27.10.2008
    Ostafrika: Mörderbanden machen Jagd auf Albinos


    Mindestens 26 Albinos sind allein in Tansania im Laufe der vergangenen zwölf Monate getötet worden. Die meisten von ihnen waren Frauen oder Kinder. Selbsternannte Hexer kaufen Leichenteile, Blut und Organe und mixen daraus angebliche Zaubertränke, die vor allem eines bringen sollen: Reichtum.
    Das vorerst letzte Opfer des Aberglaubens war erst zehn Jahre alt. Die kleine Esther Charles wurde vor wenigen Tagen in ihrem Dorf Shilela im Westen von Tansania getötet, dann zerhackten die Mörder ihren Körper und verkauften die Teile. Esther war ein Albino-Mädchen, durch einen Gendefekt fehlte ihr das Pigment Melanin. Sie hatte weiße Haut, weißes Haar und empfindliche rote Augen. Genau das wurde ihr zum Verhängnis. Im ostafrikanischen Tansania gelten Albinos als Glücksbringer und Vorboten des Wohlstands.
    In jüngster Zeit häufen sich die Berichte über regelrechte Menschenjagden: Mörderbanden schlachten Albinos ab, selbsternannte Hexer kaufen Leichenteile, Blut und Organe und mixen ihren Kunden daraus angebliche Zaubertränke, die vor allem eines bringen sollen: Reichtum. Unter den rund 150.000 Albinos im Land herrscht Panik. „Ich kenne einen Fall, da hat sich eine Frau mehr als drei Monate versteckt, nachdem ihre Schwester ermordet worden ist“, sagt Ernest Kimaya, Vorsitzender der Tansanischen Albino-Gesellschaft (TAS).
    Mindestens 26 Albinos sind allein in Tansania im Laufe der vergangenen zwölf Monate getötet worden. Die meisten von ihnen waren Frauen oder Kinder. Im vergangenen Jahr hatte die Polizei bereits mehrfach von Grabschändungen berichtet. Die Räuber hatten Leichen von Kindern ausgegraben, um Genitalien, Augen oder andere Organe herauszuschneiden. Mittlerweile hat sich der Horror rund um das Hexengeschäft auch auf Tansanias Nachbarländer ausbreitet. In der Demokratischen Republik Kongo, in der der Aberglaube blüht, herrscht große Nachfrage nach Albino-Haut. Auch in Kenia und Burundi verschärften die Behörden ihre Sicherheitsmaßnahmen, weil sich dort die Morde an Albinos häufen.
    Dem 19-jährigen Richard Ciza saß der Tod schon im Nacken. „Die Menschen sagen, dass Körperteile von Albinos in Tansania über Goldminen abgelegt werden, damit das Gold an die Oberfläche gelangt“, sagt der junge Burunder, und dabei steigt ihm die Angst in die Augen. „Manchmal benutzen Fischer die Teile auch als Köder, weil sie glauben, dass die damit gefangenen Fische Gold im Bauch haben.“ Richard steht unter Schock. Es ist erst wenige Tage her, dass der 19-Jährige aus seinem Heimatdorf floh. Nachbarn hatten ihn gewarnt. Zwei Tage schlug sich der Junge durch den Dschungel, die Mörder immer auf den Fersen.
    „Richard Ciza ist von vier Mördern mit Gewehren verfolgt worden“, berichtet Nicodeme Gahimbare, bei dem der junge Mann Zuflucht fand. Gahimbare ist der Oberste Staatsanwalt der burundischen Provinz Ruyigi. Sein Wohnhaus gleicht einer Festung. Drei Meter hohe Mauern umgebe das Anwesen, denn Gahimbare hat sich entschlossen, alle 45 Albinos der Region bei sich aufzunehmen, um ihnen Schutz zu gewähren.
    Etwa 25 haben sich bislang zu ihm durchgeschlagen, darunter auch der kleine Ephrem. Mehr als zehn Kilometer Fußweg bewältigte der achtjährige Junge an der Seite seines Vaters. „Mein Sohn lebt in ständiger Panik, seit er gehört hat, was passiert ist“, sagt der zehnfache Familienvater Protais Muzoya. Als auf dem langen Marsch nach Ruyigi ein freundlicher Autofahrer die beiden Wanderer mitnehmen wollte, fing Ephrem an zu schreien und wild um sich zu treten. „Wenn er die Straße entlanggeht, sagen die Leute zu ihm: ’Unser Glück geht vorbei“, erzählt Muzoya.
    Gerüchten zufolge ließen sich umgerechnet rund 380.000 Euro mit der Leiche eines Albinos verdienen, sagt der Jurist Gahimbare. „Das Schicksal der Albinos sollte zur Staatsangelegenheit werden“, fordert er. In Tansania versuchen die Behörden, dem Morden Einhalt zu gebieten. Die Polizei nahm 47 Verdächtige fest; genützt hat es wenig. „Es ist absolut hirnrissig, wenn einige glauben, dass Albinos magische Kräfte haben und man durch deren Körperteile reich werden kann“, sagte Präsident Jakaya Kikwete am Sonntag. „Die Menschen sollten sich bilden und einsehen, dass sie nur durch harte Arbeit Erfolg haben können und nicht, indem sie die Leichenteile von Albinos verkaufen.“ Wenige Stunden später war die kleine Esther tot.
    http://news.de.msn.com/panorama/Article.aspx?cp-documentid=10432445
     
    4.11.2008
    Gabun: 23 Festnahmen wegen Hexerei

    Wegen mutmaßlichen Menschenhandels für
    Zwecke der Hexerei sind in Gabun 23
    Verdächtige festgenommen worden. Darun-
    ter sei auch ein evangelischer Pastor,
    berichtete die Zeitung "L'Union". Ein
    mit den Ermittlungen betrauter Natur-
    heiler habe bei den Verdächtigen in der
    Region Oyem im Norden des Landes zahl-
    reiche für schwarze Magie benutzte
    Gegenstände gefunden, darunter zwei
    menschliche Schädel, Flaschen mit
    menschlichem Blut und Fett.

    Die Ermittlungsbehörden in Oyem hätten
    in jüngster Zeit zahlreiche Klagen über
    verdächtige Todesfälle erhalten.

    http://www.ard-text.de/videotext/index.html?tafel=163
     
    6.12.2008
     Schamane soll 110 Kinder getötet haben
    Die Polizei im Süden von Nigeria hat einen Mann verhaftet, der in einer TV-Dokumentation erklärt hat, 110 Kinder getötet zu haben. Der „Schamane“ glaubte, die Kinder seien vom „Bösen“ besessen. Menschenrechtsorganisationen weisen darauf hin, dass die so genannten „Hexer“ und betrügerischen Priester in weiten Teilen von Nigeria immer wieder Eltern überzeugen, dass ihre Kinder besessen seien und Unglück über die Familie bringen würden. Hintergrund der Behauptung ist, dass diese Priester Geld dafür verlangen, die Kinder von den Geistern zu befreien. Einige der beschuldigten Jungen und Mädchen werden nach solchen Vorwürfen auch an Menschen-Händler abgegeben.Mittlerweile befindet sich der obskure „Bischof“ Sunday Ulup-Aya zusammen mit weiteren sechs Verdächtigen in einem Gefängnis in der nigerianischen Stadt Mbo in der Provinz Akwa Imbo.
     
     
     

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